Was will ein TĂŒftler, wenn ich ihm eine Innovation verkaufe?

Der TĂŒftler (ja, ich bin Schwabe 🙂 ist oft der erste Kunde fĂŒr den Einstieg in einen hochinnovativen Markt. Aber was kauft der typische TĂŒftler eigentlich wirklich und womit komme ich mit ihm ins GesprĂ€ch? und in diesem GesprĂ€ch mĂŒssen Vertrauen und Neugierde aufkommen, um den Gesamtmarkt ins Laufen zu bekommen, so sagt es die Theorie. Also wie knacke ich den TĂŒftler?

KĂ€ufer unterscheiden sich grundlegend in Ihrer Bereitschaft, etwas Neues, Unbekanntes auszuprobieren, sie sind unterschiedlich innovationsfreudig. Der typische “TĂŒfftler“ steht mit seiner Innovationsfreude ganz vorne. Es sind Menschen, die als erstes bereit sind einer Innovation Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, sie zu verbessern und gemeinsam mit dem Hersteller an einer besseren Technologie zu arbeiten.

der typische TĂŒftler
SpĂ€testens seit Google’s „Beta-Versionen werden Produkte, insbesondere Softwareprodukte heute auch gerne mal schnell eingefĂŒhrt und anschließend „fertigentwickelt“. Das ist nicht schlecht, denn monatelange Entwicklungen in bedarfsferne Richtungen sollten tunlichst verhindert werden. Im B2B Umfeld wird dieses Vorgehen, zumindest in Deutschland, leider noch restriktiv gehandhabt. Die Angst vor Ideenklau ist groß und so werden meist nur ausgewĂ€hlte Partner und einzelne Kunden frĂŒhzeitig involviert.
Genau an dieser Stelle geht es um die Rolle des TĂŒftlers. Bei einer nicht voll funktionsfĂ€higen Beta Version geht es um das Spielen mit den Möglichkeiten zwischen FunktionalitĂ€t und ZweckmĂ€ĂŸigkeit. Die Gruppe der Zielkunden und Interessenten ist klein, die Produkte und die dazugehörigen Dialoge funktionieren nur mit den „Nerds“ der Branche, mit dem kleinen Prozentsatz von Technologie- und Prozess-Insidern, die intrinsisch motiviert ihre Zeit einbringen, um ein Produkt, eine Technologie oder eine Branche voranzubringen. TĂŒftler sind Experten, die sich gerne mit anderen Experten austauschen, die dazulernen möchten, BĂŒrokratie und Formalismen ignorieren und typischerweise auch nur wenig Budget fĂŒr ProduktkĂ€ufe zur VerfĂŒgung haben. Ihr Anliegen ist einfach: FrĂŒh in Neuentwicklungen involviert sein und im direkten Austausch mit anderen Experten diese Innovation voranbringen. Sie haben kein bis wenig Interesse an einem sozialen Austausch außerhalb der Expertenebene und bringen sich daher nur zu gerne ĂŒber digitale KanĂ€le ein, da sie dort den Grad der persönlichen Interaktion selbst zu steuern.
Zu finden sind sie oft in den KellerrĂ€umen an Instituten, UniversitĂ€ten und Firmen, dort, wo sie ungestört tĂŒfteln können. Viel Geld kann mit diesem Markt nicht verdient werden. GrundsĂ€tzlich sind TĂŒftler ja eigentlich der Überzeugung, dass Technologie kostenlos fĂŒr alle da sein sollte, als Grundrecht sozusagen. Aber TĂŒftler sind ideale Wegbegleiter, um eine Technologie zu verbessern, und genau dafĂŒr sollten sie genutzt werden. Mit dem direkten telefonischen Draht in ihre Entwicklungsabteilung.
NĂ€chste Woche geht es weiter mit VorschlĂ€gen, wie diese TĂŒftler in den Dialog eingebunden werden können.
Gruß,

Unterschrift: Ute Hillmer

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